Fenchel (Foeniculum vulgare, von lat. fenum = Heugeschmack, franz.fenouil, engl. fennel)
stammt aus der Pflanzenfamilie der Doldenblütler (Apiaceae).
Allfällige Synonyme sind Gewürzfenchel, Gemeiner oder Wilder Fenchel, Fenikel, Römischer Fenchel, Kinderfenkel, Finchel, Brotanis, Brotsamen und Brotwürzkörner.
Die Pflanze hat ihren Ursprung im Mittelmeerraum. Heute wird Fenchel auch in China, Japan, Indien, Großbritannien, Deutschland, in den Balkanländern, in den USA und in Dänemark kultiviert.

Pflanzenmerkmale

Fenchel kann bis zu etwa 1,5 m hochwachsen. Seine Blätter sind blaugrün und fiedrig; sie erinnern an Dillblätter. Während der Blütezeit von Juli bis September blüht Fenchel gelb und die Blüten sind als kleine Dolden gebündelt. Daraus entwickeln sich 1 bis 4 mm breite und 3 bis 12 mm lange Spaltfrüchte.
Die Fenchelsamen werden maschinell geerntet. Anschließend werden sie gedroschen und getrocknet. Nach der Trocknung verfügen die Samen weiterhin über ihre grüne Farbe – je intensiver dieses Grün ist, umso besser ist die erzielte Qualität.

Verwandtschaften

Gewürzfenchel ist mit dem Gemüsefenchel verwandt. Allerdings entwickelt Gemüsefenchel als Erfolg züchterischer Arbeit wesentlich dickere, oberirdische Knollen. Gewürze wie Kümmel, Anis, Dill und Kreuzkümmel gehören in die gleiche Pflanzenfamilie – deshalb bestehen in gewissem Maße Übereinstimmungen im Geschmack und in den Formen.

Verwendung in der Heilkunde

In der Pflanzenheilkunde gilt Fenchel als allgemeines Stärkungsmittel.
Bei Bronchitis wirkt Fencheltee krampf- und schleimlösend.
Darüber hinaus vermindert er Blähungen bei Säuglingen. Von den Müttern selbst konsumiert unterstützt Fenchel die Milchbildung. Die entblähende Wirkung kann auch über die Muttermilch weiter gegeben werden.

Verwendung in der Küche

Fenchelaroma ist süßlich, an den Geschmack von Lakritz erinnernd.
Während Fenchel in der mitteleuropäischen Küche hauptsächlich für Tee und Honig sowie als Back- und Einmachgewürz verwendet wird, würzt Fenchel in China sowie in den mediterranen Küchen Italiens und Südfrankreichs viele Fisch- und Gemüsegerichte. Fenchel aromatisiert Liköre, so den französischen fenouillette und gibt der italienischen Fenchelsalami finocchiona das entsprechende Aroma.
Für den Hausgebrauch wird Fenchelsamen in Gewürzhandlungen und Apotheken eingekauft. Anschließend lagert man Fenchelsamen dunkel, kühl und möglichst luftdicht abgeschlossen, um Aromaverluste zu vermeiden.

Gemüsefenchelknollen verfügen über eine feine Würze. Sie sind roh eine Salatbereicherung. Einfach nur in Butter oder Öl gebraten oder gedünstet, geben sie eine delikate Beilage mit mildem Fenchelaroma.
Die Fenchelknollen werden kühl und dunkel gelagert, am besten im Gemüsefach des Kühlschranks.

Foto: heliki, „Fenchel“
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