Im Allgemeinen werden Artischocken als Delikatesse gehandelt. Die Variante eingelegter Artischockenherzen ist sehr verbreitet, denn das dekorative Blütengemüse ist nur begrenzt lagerfähig. Der Geschmack der Artischocke ist durch den Sud jedoch stark verfälscht. Ein Grund mehr, über den Anbau von Artischocken im eigenen Garten nachzudenken.

Herkunft und Besonderheit von Artischocken

Aus dem Mittelmeerraum stammend hat die Artischocke in unseren Breiten besondere Ansprüche. Sie mag windgeschützte Standorte, viel Sonne und Unterstützung bei der Speicherung von Wärme. Dies gilt vor allem im Winter. Auch an das Klima des Mittelmeers ist die genuin arabische Pflanze erst durch Kultivierung gewöhnt.

So gelingt der Anbau von Artischocken im eigenen Garten

Für den Anbau von Artischocken im Garten eigenen sich Stauden und Saatgut gleichermaßen. Die Pflanzen können in den ersten Februartagen an einem warmen und geschützten Standort – zum Beispiel der Fensterbank – vorgezogen werden. Die Keimtemperatur beträgt 20 Grad, es darf gern auch ein wenig wärmer sein. Die Direktsaat ist möglich, wenn die Eisheiligen vorüber sind. In diesem Fall können die Artischocken aber erst im Folgejahr geerntet werden. Dann ist die Ernte aber schon in den Sommermonaten möglich. Nicht allein zum Essen ist die Artischocke geeignet. Im aufgeblühten Zustand ist sie zwar nicht mehr essbar aber die Blüte ist üppig lila- und fliederfarben und lockt allerhand nützliche Insekten in den Garten. Drei bis vier Jahre kann sich der Gärtner an der einer solchen Pflanze erfreuen, die sich zudem mit etwas Übung auch über Triebe und Wurzeln vermehren lassen.

Pflege und Überwinterung von Artischocken

Ein optimaler Standort für die Pflanze ist die beste Voraussetzung für einen geringen Aufwand in der Pflege. Der Boden sollte tiefgründig sein und die Umgebung sollte Wärme speichern. Die Nähe von Mauerwerk oder einem Steingarten ist optimal, zumal die Pflanze indirekte Wärmequellen bevorzugt und daher im Halbschatten gut platziert ist. Wer den Platz zwischen den Artischocken nutzen will, kann hier Salate und Kohl anbauen. Leider mögen einzelne Blattlausarten die Artischocken auch hier bieten sich verschiedene Mischkulturen (u.a. Bohnenkraut) an, um das Problem einzudämmen. Regelmäßiges Gießen ist vor allem bei jungen Artischockenpflanzen notwendig. Wenn die Erde im Winter mit Reisig oder Stroh bedeckt wird, sind die Artischocken vor Frost geschützt.

Verwendung der Artischocken

In der Küche findet die geschlossene Blüte Verwendung. Der Stiel wird abgebrochen und mit ihm die faserigen Bestandteile der Artischocke. Dann müssen die Spitzen entfernt und die Blätter aufbogen, sodass das sogenannte „Holz“ herausgenommen werden kann. Die Kochzeit beträgt ca. 40 Minuten. Dem Kochwasser sollte neben Salz auch etwas Säure (Zitronensaft) hinzugefügt werden. Dies verhindert Verfärbungen. Der Fantasie des Kochs sind nun keine Grenzen gesetzt. Die Artischockenblätter können zu Dips gereicht werden oder die gesamte Blüte wird je nach Geschmack gefüllt.

Foto: eusebia, „Artischocke???“
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